Tarot und Orakelkarten: Was ist der Unterschied?
Tarot und Orakelkarten werden oft synonym verwendet, doch unterscheiden sie sich in ihrer Herkunft und Struktur. Ein Blick auf ihre Geschichte und Funktion.
Was ist Tarot?
Das Tarot entstand im 15. Jahrhundert in Norditalien als Kartenspiel und besteht traditionell aus 78 Karten: 22 Große Arkana, auch Trumpfkarten genannt, und 56 Kleine Arkana, unterteilt in vier Farben. Die Verwendung des Tarot als Werkzeug für Wahrsage und Deutung entstand erst später, im späten 18. Jahrhundert. Ein bekanntes Beispiel für ein klassisches Deck ist das Tarot de Marseille, das bis heute als Referenz für viele andere Decks gilt. Die Vielfalt der Tarot-Decks ist groß, und viele moderne Versionen bauen auf diesem klassischen Muster auf, während sie in Symbolik und Gestaltung eigene Wege gehen. Dabei bleibt das Grundgerüst mit 78 Karten weitgehend bestehen, wodurch das Tarot bis heute eine einheitliche Struktur behält, obwohl die Interpretationen und Darstellungen sich ständig weiterentwickeln. Ein konkretes Beispiel für die Vielfalt ist das „Rider-Waite“-Deck, das im frühen 20. Jahrhundert entstand und bis heute weit verbreitet ist. Es basiert zwar auf dem klassischen Muster, fügt aber neue Illustrationen und Symbolik hinzu. Die Deutung als mystisches oder esoterisches Werkzeug ist in der Überlieferung und populären Kultur verankert, wird in Fachpublikationen jedoch nicht immer als feststehende Definition genannt. Im Gegensatz dazu sind Lenormandkarten ein eigenständiges System des 19. Jahrhunderts, meist mit 36 Karten, das vom Tarot klar getrennt ist. Was die Herkunft des Tarot angeht, ist die genaue Entwicklung bis heute Gegenstand von Forschung, weshalb die überlieferten Erzählungen als Teil der Geschichte und nicht als unumstrittige Tatsachen betrachtet werden sollten.
Was sind Orakelkarten?
Orakelkarten bilden ein eigenes System, das nicht unbedingt auf 78 Karten basiert. Bekannte Beispiele sind die Lenormandkarten mit 36 Blättern oder die Kipperkarten. Im Gegensatz zum Tarot entstanden viele dieser Karten im 19. Jahrhundert und wurden nicht ursprünglich als Spiel konzipiert. Sie dienen häufig der Wahrsage, ohne sich an der Struktur des Tarots zu orientieren. Während das Tarot lange als Spiel und später als mystisches Werkzeug genutzt wurde, sind Orakelkarten meist direkt für das Lesen und Interpretieren bestimmt. Sie folgen eigenen Regeln und Symboliken, die oft klarer und direkt formuliert sind. Viele dieser Karten sind in der modernen Praxis verbreitet und werden in verschiedenen Kulturen und Traditionen eingesetzt. Sie tragen oft eine eigene Geschichte und haben sich über die Zeit hinweg entwickelt. Die Lenormandkarten, beispielsweise, entstanden in Frankreich und wurden ursprünglich als Spiel für das Kartenspiel „La Jeu de Tarot“ genutzt, bevor sie in der Wahrsagepraxis aufgriffen. Im Gegensatz dazu hat sich das Tarot im 15. Jahrhundert in Norditalien als Kartenspiel entwickelt und erst im späten 18. Jahrhundert in ein Deutungssystem verwandelt. Was die Herkunft der Karten angeht, ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um überlieferte Praxis oder belegbares Wissen handelt: Die Entstehung des Tarots im 15. Jahrhundert ist gut belegt, während die Herkunft vieler Orakelkarten, wie der Lenormandkarten, oft auf Überlieferung zurückgeht. Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen Tarot und Orakelkarten in der Fachliteratur, da beide Systeme unterschiedliche Funktionen haben, aber in ihrer Entwicklung und Verwendung eng miteinander verwoben sind.
Herkunft und Entwicklung
Das Tarot entstand im 15. Jahrhundert in Norditalien als Kartenspiel und besteht traditionell aus 78 Karten: 22 Große Arkana, auch Trumpfkarten genannt, und 56 Kleine Arkana. Die Verwendung als Wahrsage- und Deutungssystem begann erst im späten 18. Jahrhundert. Orakelkarten hingegen entstanden oft als eigenständige Systeme, die nicht unbedingt auf 78 Karten basieren. Bekannte Beispiele sind die Lenormandkarten mit 36 Blättern. Im Gegensatz zum Tarot wurden sie von Anfang an für die Wahrsage genutzt. Obwohl die Herkunft vieler Orakelkarten nicht eindeutig nachweisbar ist, ist klar, dass sie sich in Struktur und Zweck deutlich vom Tarot unterscheiden. Sie folgen eigenen Traditionen und haben oft eine eigene Symbolik, die nicht immer mit der des Tarots übereinstimmt. Ein Beispiel für eine solche Unterscheidung ist das System der Lenormandkarten, das sich im 19. Jahrhundert in Frankreich entwickelte und sich durch eine klare, alltägliche Symbolik auszeichnet, die sich deutlich von der allegorischen und mystischen Sprache des Tarots abhebt. Während das Tarot oft in der Überlieferung und populären Kultur als mystisches Werkzeug wahrgenommen wird, ist diese Verwendung nicht in allen Fachpublikationen als feststehende Definition genannt. Die klare Abgrenzung zwischen Tarot und anderen Orakelkarten ist im Material nicht vollständig nachweisbar, doch ist deutlich, dass beide Systeme unterschiedliche historische und kulturelle Wurzeln haben. So ist das Tarot in der Regel mit der italienischen Renaissance verbunden, während viele Orakelkarten systematisch und bewusst als eigenständige Deutungshilfen konzipiert wurden.
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Struktur und Aufbau
Wenn Sie sich für eine praktische Anwendung im Umgang mit Tarot- und Orakelkarten interessieren, können Sie folgende Schritte ausprobieren:
Beginnen Sie mit einer klaren Absicht: Legen Sie die Karten in einem ruhigen Moment ab, vielleicht bei Kerzenschein oder in der Natur. Wählen Sie ein Deck, das Ihnen gefällt — ob klassisches Tarot oder ein thematisches Orakel. Mischen Sie die Karten gut, dann ziehen Sie eine oder mehrere Karten, je nachdem, was Sie wissen möchten.
- Lesen Sie die Karten aufmerksam, achten Sie auf Bilder, Farben und Symbole. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, nicht nur den Worten.
- Notieren Sie Ihre Gedanken oder Gefühle, die die Karten bei Ihnen auslösen. Das hilft, die Botschaften zu verstehen.
- Wenn Sie Tarot verwenden, können Sie die Karten in einer festen Reihenfolge legen, etwa in einer Linie oder einem Kreis. Bei Orakelkarten ist oft eine freiere Anordnung möglich.
- Üben Sie regelmäßig, um ein tieferes Verständnis für die Karten zu entwickeln. Jeder Einsatz bringt neue Erkenntnisse mit sich.
Dies ist ein möglicher Aufbau, der sich bewährt hat — nicht der einzige, aber ein guter Ausgangspunkt, um mit der Arbeit zu beginnen.
Verwendung und Praxis
Wenn Sie sich für eine praktische Anwendung im Umgang mit Tarot- und Orakelkarten interessieren, können Sie folgende Schritte ausprobieren:
Beginnen Sie mit einer klaren Absicht: Legen Sie die Karten in einem ruhigen Moment ab, vielleicht bei Kerzenschein oder in der Natur. Wählen Sie ein Deck, das Ihnen gefällt, und stellen Sie sich die Frage, die Sie beantwortet haben möchten.
Ziehen Sie eine oder mehrere Karten, je nach System. Beim Tarot können Sie beispielsweise drei Karten ziehen, um eine Situation zu beleuchten. Beim Orakel können Sie oft eine Karte ziehen, die direkt auf Ihre Frage antwortet.
Lesen Sie die Karten aufmerksam, achten Sie auf Bilder, Farben und Symbole. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, nicht nur den Worten. Notieren Sie Ihre Gedanken und Emotionen, die Ihnen die Karten vermitteln.
Reflektieren Sie anschließend: Was hat die Karte für Sie bedeutet? Wie können Sie das in Ihrem Leben nutzen? Lassen Sie sich Zeit, um mit der Antwort in Kontakt zu kommen.
Dies ist ein möglicher Aufbau, der sich bewährt hat — nicht der einzige, aber ein guter Ausgangspunkt, um mit der Arbeit zu beginnen.
Was kann man tun? – Mit Tarot und Orakelkarten beginnen
Wenn Sie mit Tarot- oder Orakelkarten beginnen möchten, können Sie folgende Schritte ausprobieren: Wählen Sie ein Deck, das Ihnen gefällt, und lernen Sie die Bedeutung der Karten kennen. Beginnen Sie mit einfachen Fragen, die Sie im Alltag stellen können, und achten Sie auf die Kartenkombinationen. Für Orakelkarten ist es hilfreich, ein System zu wählen, das Ihnen vertraut ist, und eine klare Frage zu stellen. Die Karten können direkt auf die Frage antworten. Nutzen Sie beide Systeme als Werkzeug für Achtsamkeit und Reflexion. Schaffen Sie sich einen ruhigen Raum, vielleicht bei Kerzenschein oder in der Natur, und legen Sie die Karten mit offenen Armen und Herzen ab. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, nicht nur auf die Beschreibungen. Notieren Sie Ihre Gedanken und Reflektionen, um die Erkenntnisse zu verarbeiten. Dies ist ein möglicher Aufbau, der sich bewährt hat — nicht der einzige, aber ein guter Ausgangspunkt, um mit der Arbeit zu beginnen.
Quellen
- Fachliteratur: ZWISCHEN SEXUALSTAU UND TAROT (doi.org)
- Fachliteratur: Allegorie und Empirie Zur Geschichte und Bilderwelt der „Tarocchi“ (doi.org)
- Fachliteratur: An Alternative Explanation of Tarot Symbolism (doi.org)
- Fachliteratur: ‘Disoriented Agnosticism’: Reading the Tarot (doi.org)
- Fachliteratur: Renaissance Italy and the Emergence of Tarot (doi.org)
- Fachliteratur: The Transformation of Tarot into an Esoteric Device (doi.org)
- Wikipedia: Deck (Tarot) (de.wikipedia.org)
- Webseite: aeclectic.net (aeclectic.net)


